"Aus einem traurigen Arsch kommt kein fröhlicher Furz."
Dettmar Cramer


"Wenn Frauen bei einer Party dabei sind, wird alles steif!"

Johnny Van Ertl



"Die Jungs von heute haben Hornhaut auf den Oberschenkeln - vom vielen Reingrätschen."

Buffy Ettmayr



"Der hat nicht Bundesliga gespielt. Der hat Bundesliga gefoult."

Uli Hoeneß über Uwe Klimaschewski

Dienstag, 29. Januar 2013

Ein Austrian Hammer

Emanuel Pogatetz ist für zumindest 6 Monate ein Hammer.
Er wechselt auf Leihbasis vom Vfl Wolfsburg zu West Ham United.

Hier ein Interview mit dem Steirer von der WHUFC-Site:

He may have been playing in Germany for the past two-and-a-half years, but many English football fans will instantly recall Emanuel Pogatetz.
The tall, strong Austria international defender enjoyed five seasons with Middlesbrough between 2005 and 2010, helping Boro to reach the UEFA Cup final and earning a reputation for being a whole-hearted player willing to put his body on the line for the cause.
West Ham United's new No18, who has joined the club on loan from Bundesliga side VfL Wolfsburg, is planning to endear himself to Hammers fans with more of the same following his arrival in east London. The 31-year-old could make his debut in the Barclays Premier League fixture at Fulham on Wednesday evening and he has told whufc.com he cannot wait to start his second spell on these shores.

What is it like to come back to England with West Ham?
EP: "I am really happy to be back in England, because the English football is enjoyable and is the football I have enjoyed the most and suits me the most."
What it is about English football you like the most?
EP: "It is a fast game and that suits the way I like to play. I just try to play my best and think I can play my best football here. I also enjoyed my time in the Bundesliga, of course. I think I adapted quite quickly to that but the game I want to play again is the English Premier League. I am really happy to be back here."
What did Sam Allardyce and your new team-mates say when you met them? You already know Gary O'Neil from your time with him at Middlesbrough, of course!
EP: "Yes, I met the manager and we had a chat. He is a very experienced manager who I am looking forward to working with and working under. I had a chat with Gary. I saw him at lunch and it was good to see him again after three years. Kevin Nolan also made a point of coming up to me as captain, to say hello and welcome - it was nice of him to do that, he spoke a few words to me."
You are versatile and able to play at either centre-back or left-back, but what do you see as your best position?
EP: "Definitely at the back, a centre0half. That is why Sam Allardyce has brought me in. I can also play as a left-back if I am needed there, but think I am best as a centre-half. I think that is the main position he [Sam] has brought me in for]."

Are you fit to play immediately?
EP: "I feel I am ready to go. I am looking to play games and train with the lads. I think I am OK but it is up to the gaffer when he wants to play me. But I am ready to train and then I can see if the manager thinks I am ready. I am fit and will try to make a good impression in the training session and then hopefully I can be ready for when the manager and team needs me."
Do you have any good memories of playing against West Ham, here, during the time you have played in England?
EP: "Yes, it is quite a few years ago but what I can remember is the supporters are very passionate here and I also remember coming in on the coach, seeing the area here, it was already packed with supporters making their way to the game. So straight away, when you see all of that, you think it is going to be a tough match here not only against the team but with the fans, who will be passionate. That is what I can remember. I am looking forward to playing in front of such an atmosphere, but for the West Ham fans this time. In front of such passionate supporters who give you the extra push, drive and boost you need to play your best."
You have been out of the country for a while, but have you watched the Premier League and seen what has been going on?
EP: "Yes, of course. I have been watching it in between playing. I have stayed in contact with a few of the lads I knew at Middlesbrough. I know what is going on and know what to expect in this league. I am looking forward to and am ready for that."



Samstag, 5. Januar 2013

Hey Joe!


Am 9. Dezember 2012 spielte Joe Cole zuletzt im Upton Park von West Ham. Im Dress von Liverpool erzielte er in Minute 76 den Ausgleich zum 2-2. Joe jubelte nicht über seinen Treffer, zollte damit den Verein und den Fans Respekt bei dem er groß geworden ist. Bei Ansicht der TV-Bilder überkam mich eine Ahnung, dass Joe gut ins Team von Big Sam Allardyce passen würde. Dort klafft eine Lücke zwischen stabiler Defensive und der spärlichen Offensive.
Am 5. Jänner 2013 wird Joe Cole wieder das Dress der Hammers überstreifen. Mit 31 Jahren kehrt er zu seinen Wurzeln zurück.
2003 wechselte Joe von West Ham zu Chelsea.
Joe Cole absolvierte die West Ham Akademie und debütierte im Alter von 17 Jahren in der Profimannschaft. Damals schrieb Robert Rotifer auf der FM4 Website folgenden Eintrag:

Our Kid Joe
Ein Freund hat mir einmal erzählt, wie er in einem Pub im East End von West Ham-Fans mit einigem Jubel, Schulterklopfen und spendierten Bieren abgefeiert wurde, weil sie erfahren hatten, dass er ums Eck von mir wohnt. Natürlich hatte das nicht wirklich mit mir zu tun, sondern mit der zufälligen Begegebenheit, dass meine Straße der familiäre Stammsitz eines der jungen Helden jenes heuer schmählich in die zweite Liga abgestiegenen Londoner Traditionsvereins ist bzw. mittlerweile war.

Bis zu diesem Gespräch hatte ich jedenfalls keine Verbindung zwischen "Cole", dem benachbarten Fleischhauer, und dem Fußballer Joe Cole (21, technisch versierter Mittelfeldspieler mit wachsender internationaler Erfahrung) hergestellt. Aber bei näherer Betrachtung machte das schon mehr Sinn, denn hinter so Typen, die das nötige Selbstbewusstsein haben, sich in der alles andere als gemütlichen Atmosphäre des Profi-Fußballs durchzusetzen, steht nicht selten ein solider Klan. Und als solchen würde ich die Coles auch bezeichnen, schließlich gehören sie zu den Platzhirschen dieser im Volksmund gern mit organisierter Kriminalität in Verbindung gebrachten, alten Marktstraße, aus deren geschäftlichen Territorialkämpfen im neunzehnten Jahrhundert immerhin die mächtige britische Supermarkt-Dynastie Sainsbury's hervorging (die ersten zwei Filialen standen auf meiner Straße, auch eine Art von Ruhm, die Familie des mittlerweile in Regierungskreise aufgestiegenen Lord Sainsbury wohnte oberhalb des erst verwahrlosten, dann geschlossenen Pubs gegenüber).
       
Über dem Geschäft der Coles hängt das makabre Schild "Family Butcher", und mit dieser Familie ist auch tatsächlich nicht zu Spaßen. Das wissen die Parksheriffs, die immer ein Auge zudrücken, wenn der glimmernde Colesche Fuhrpark allen weltlichen Vorschriften zum Spott am Gehsteig vor dem Laden abgestellt ist. Und das erfuhr auch die Frau, mit der ich mein Leben teilen darf, als sie einmal den Seitenspiegel des Mercedes eines der Klanmitglieder im Vorbeifahren touchierte. Ich konnte den aufgebrachten Herrn nur besänftigen, indem ich ihm mit meiner Imitation eines dämlichen Middle Class-Akzents begegnete. Es gibt keine bessere Art, sich bei der Working Class (selbst wenn sie Mercedes fährt) wegen offensichtlicher Unzurechnungsfähigkeit für eine ernsthafte Auseinandersetzung zu disqualifizieren. Gut, ich hätte trotzdem ein paar hinter die Ohren kriegen können, aber in diesem Fall funktionierte die Finte. Ein anderes Mal, das war noch zu Zeiten der BSE-Krise, wagte ich den Verkäufer blöd danach zu fragen, ob er sich auch sicher sei, dass jenes Stück Rindfleisch, das er auf meine Anfrage aus dem Hinterzimmer hervorgeholt hatte, tatsächlich aus biologischer Haltung stamme. Wenn Blicke fleischern könnten.
       
Seither haben wir jedenfalls bei den Coles nichts mehr gekauft. Und letztens, als ich mit einer frischen Baguette von den Arabern weiter unten den "Family Butcher" passierte, da hatte sich vor dem Geschäft der Coles ein Großteil des Klans samt assoziierten Mitgliedern rund um einen jüngeren Herrn in kurzen Hosen versammelt. Jener schien gerade in eine sehr animierte Schilderung vertieft zu sein, und just als ich vorbeiging, unternahm er einen Luftsprung und schwang dabei sein rechtes Bein in die Höhe. Erst da kapierte ich, dass das natürlich Joe Cole persönlich sein musste, der da vor seinen Bewunderern mit fußballerischen Großtaten prahlte.
       
Und gestern erfuhr ich dann ganz offiziell, was die Spatzen schon seit längerem von den Dächern von West Kentish Town gepfiffen hatten: Joe Cole geht für 6,6 Millionen Pfund (9,3 Millionen Euro) zum neureichen, von russischen Ölmilliarden beflügelten Chelsea FC (siehe diese gar nicht so alte Geschichte hier). Vielleicht kriegen die Coles ja jetzt ein neues, schöneres Geschäftsschild. Und vielleicht wird ihr Fuhrpark noch ein wenig fetter. Aber das East End wird sich nicht freuen. Die Liste der Spieler, die in den Monaten vor und nach dem Abstieg West Ham verlassen haben, ist wirklich besorgniserregend (Paolo Di Canio, Freddie Kanoute, Lee Bowyer, Les Ferdinand, Scott Minto, Edouard Cissé, Trevor Sinclair undsoweiter). Die Kluft zwischen den Wohlbesohlten und den Habenichtsen wird immer größer, und der neue Status der Hammers als dauerhafte Zweitligisten scheint schon vor ihrer ersten Saison in der missverständlich benannten First Division besiegelt. Dass gerade dieser Club bis zu seinem Abstieg eigentlich überdurchschnittlich reich an Teamspielern war (Keeper David James ist noch dabei), sagt eigentlich schon alles über die Dominanz der ausländischen Spieler in der Premiership. Und insofern ist Joe Coles Transfer natürlich wieder eine gute Sache, denn wenn sich das englische Nationalteam künftig aus Zweitligisten rekrutiert, sieht die Zukunft finster aus. 





10 Jahre später:
56 Spiele hat Joe für das Englische Nationalteam absolviert und dabei 10 Tore erzielt.
Er lief ab 2010 für den FC Liverpööl auf, war aber letztes Jahr für 6 Monate an den OSC Lille verliehen.

West Ham spielt heuer, auch ohne Scheich oder Oligarchen im Hintergrund, in der Premier League mit.